Ich kandidiere!

Es gibt ganz viele Gründe, warum ich mich entschlossen habe, mein Leben zu verändern und als unabhängiger Direktkandidat im Wahlkreis Wuppertal II bei der NRW-Landtagswahl im Mai 2017 anzutreten. Ich möchte beweisen, dass es möglich ist, als unabhängiger Akteur mit Kompetenz und Knowhow ein Direktmandat zu erringen und im Landtag Politik im Sinne der Menschen zu gestalten. Ich will mit meiner Kandidatur das Unmögliche möglich machen!
Wir stehen vor enormen technischen, aber auch gesellschaftspolitischen Veränderungen. Wenn wir uns davon nicht überrollen lassen wollen, müssen wir diese Prozesse aktiv steuern. Deshalb möchte ich bei all diesen Themen meine Kompetenz, meine Erfahrungen und mein Wissen in die politische Debatte einbringen.

Rede auf dem Landesparteitag der Grünen im Dezember 2016

Auch als Nicht-Parteimitglied habe ich Anfang Dezember 2016 die Chance bekommen und genutzt, um auf dem Landesparteitag der Grünen in Oberhausen eine Rede zum Thema "Schwarmmobilität" zu halten.


Gesellschaft

Wir brauchen mehr Gerechtigkeit

Wir befinden uns in vielen Bereichen unserer Gesellschaft in einer Krise. Das spüren die meisten von uns. Glaubwürdigkeit, Fairness, Gerechtigkeit. Das sind Begriffe, die vielfach verloren gegangen sind. Das hat auch mit dem krassen Fehlverhalten einiger Akteure aus der sogenannten gesellschaftlichen „Elite" zu tun.

Wie erkläre ich der Reinigungskraft bei Volkswagen, dass sie demnächst ihren Arbeitsplatz verlieren wird, weil die Führungsmannschaft versagt, falsche industriepolitische Entscheidungen getroffen hat, Innovationen verschläft, millionenfachen Betrug an seinen Kunden begeht und dabei auch noch die Gesundheit unserer Kinder ruiniert? Wie erkläre ich ihr, dass sie selbst nach kurzer Zeit unter Hartz IV fällt, ihre Ersparnisse auflösen muss und zeitgleich die Täter mit millionenschweren Abfindungen und Chauffeur den Weg in ihre Villen finden? 

Die Schere der "Ungerechtigkeit" klafft in einem Maß auseinander, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es unsere Gesellschaft zerreißt. Es gibt viele Ursachen, warum Menschen das Gefühl haben, es sei doch egal, ob CDU oder SPD regieren - für sie würde eh nichts mehr getan. Es geht um viel mehr, als um die Frage nach der Unterbringung und Integration von Menschen, die auf der Flucht vor Gewalt, Krieg und Armut sind. Es geht um die Frage, wie wir es schaffen, wieder Gerechtigkeit in unsere Gesellschaft zu bringen. Für alle Menschen, die hier sind und die, die noch kommen werden.

Energie

Wir müssen endlich umdenken

Wie organisieren wir für die Menschen auf diesem Planeten eine nachhaltige und klimafreundliche Form der Energieversorgung in dezentraler Weise und nach Möglichkeit in der Hand der Bürger? Wie senken wir den Verbrauch an Wärme, Kälte und Strom? Wir haben alle relevanten Technologien. Wir müssen sie nur konsequent ausbauen und alle Kapazitäten die hierfür existieren, auch nutzen.
Hier hätte eine Landesregierung zum Beispiel sehr gute Möglichkeiten, das zu unterstützen, indem sie schlichtweg sämtliche Immobilien, die dem Land gehören, innerhalb von maximal 5 Jahren mit eigenen umfangreichen Solaranlagen und Blockheizkraftwerken ausstattet. Würde man gleichzeitig an jedem dieser Gebäude eine ausreichende und öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge installieren, so käme auch bei diesem Thema einiges voran. Mit einem Schlag gäbe es ein großes zusätzliches Ladenetz.
Finanzieren ließe sich das Ganze am ehesten über ein großes Gemeinschaftsprojekt der bestehenden Bürgerenergiegenossenschaften. Hier könnte ein großer „Bürgerfonds" das derzeit nicht verzinste Kapital der interessierten Bürger einsammeln und fair verzinsen. Auf diese Weise würde ein gigantisches „Netz Erneuerbarer Energien" in Bürgerhand entstehen. Das gleiche Modell auf alle Kommunen übertragen führte nicht nur zu einem enormen Anstieg an Erneuerbaren Energien in der Strom- und Wärmeversorgung des Landes, gleichzeitig würde eine große Menge an Arbeitsplätzen geschaffen werden. Denn all diese Umbauten bedeuteten zusätzliche Jobs in Industrie- und Handwerk in NRW.

Mobilität

Neue Wege gehen und fahren

Bei der Mobilität befinden wir uns aktuell in einer Übergangsphase. Durch die Entwicklung der deutlich effizienteren und auch sauberen Elektromobilität werden wir bereits in wenigen Jahren deutliche Fortschritte machen. Aber was würde passieren, wenn morgen alle Autos elektrisch unterwegs wären? Geht das überhaupt? Wenn man sich die Zahlen näher anschaut, lautet die Antwort: Ja!
Schauen Sie sich einfach diese Rechnung hier an.
Mit der Entwicklung der Schwarmmobilität werden ungeheure Veränderungsprozesse in unserer Gesellschaft einhergehen. Bereits in wenigen Jahren wird diese neue Form der Mobilität in unsere Städte kommen. Im Jahr 2025 wird es Standard sein.
Was genau das ist, lesen Sie hier.
Leben in unseren Städten wird endlich ein richtiges Vergnügen und die anstehende Transformation unserer Städte birgt ein gewaltiges Potential für neue Arbeitsplätze. Eine große Herausforderung wird sein, die Menschen deren Arbeitsplätze wegfallen so zu qualifizieren, dass sie auch von den vielen neuen Jobs profitieren können. Hier halte ich es für enorm wichtig, dass wir gemeinsam mit den Fachleuten dafür sorgen, dass frühzeitig Voraussetzungen für kontinuierliche Qualifikation und Weiterbildung bis hin zur Umschulung geschaffen werden und die Bereitschaft dazu gefördert wird. Dies sind Entwicklungen die definitiv auf uns alle zukommen und unsere Gesellschaft nachhaltig verändern werden. Damit muss Politik heute umgehen, diese Veränderungsprozesse im Sinne der Menschen gestalten und vor allem die Menschen hierbei mitnehmen. Denn die Technologie ist das eine, viel wichtiger ist die Frage, wie wir die Menschen bei all diesen Veränderungen zu Gewinnern machen und es uns gelingt, sie hierbei als Antrieb der Veränderung zu gewinnen.

Bildung

Blick nach vorn

Die enormen technologischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse der kommenden Jahrzehnte werden uns zwingen, alles Bestehende in Frage zu stellen: Unser Bildungssystem ist in weiten Teilen den heutigen Anforderungen nicht gewachsen. In NRW verlassen eine Vielzahl an nicht "studierfähigen" und nicht "ausbildungsfähigen" jungen Menschen die Schulen. Das ist inakzeptabel. Mit den Anforderungen einer digitalen Gesellschaft an Bildung ist dieses System völlig überfordert. Lehrinhalte sind genauso zwingend den aktuellen technologischen Anforderungen anzupassen, wie die Methodik. E-learning ist eine riesige Chance, wenn man die Kompetenz hat, diese Systeme zu nutzen. Das Fach "Programmierung" muss genauso Pflichtfach werden, wie die Schulen viel besser technologisch ausgestattet werden müssen. Aber was nutzt das alles, wenn ein Teil der Lehrkräfte über keine digitale Kompetenz verfügt und nur einmal in der Woche seine Mails checkt?

Ernährung

Wir brauchen mehr Bewusstsein

Wenn wir den Klimawandel begrenzen wollen, müssen wir neue Systeme zur Ernährung entwickeln. An vorderster Stelle steht hierbei, dass es gelingen muss, den Verlust an bereits erzeugten Lebensmitteln erheblich zu reduzieren. Das benötigt ein gesteigertes Bewusstsein bei den Akteuren und Verbrauchern und eine Veränderung der Erzeugungsstrukturen. Wir haben den Bezug zur Produktion von Lebensmitteln verloren. Diese findet heute im Wesentlichen im industriellen und global organisiertem Maßstab statt. Dieses führt zu irrwitzigen Qualitätskriterien, die wiederum die Vernichtung von Massen an Lebensmitteln zur Folge haben. Ganz zu schweigen von den klimaschädlichen Transporten rund um den Globus.
„Urban Farming“ ist eines der wichtigsten Stichworte. Wir werden in den kommenden 10 Jahren die Produktion von Lebensmitteln in unseren Städten organisieren müssen, um diese Situation nachhaltig zu verändern.
„Aquaponicsysteme“ ermöglichen es schon heute, biologische Landwirtschaft inmitten von urbanen Lebensräumen zu betreiben. Große innerstädtische Farmen, in denen neben Fisch und Gemüse auch Bier, Schnaps, Wein und andere Produkte produziert und in Manufakturen veredelt werden. Diese energieautarken Stadtfarmen werden zu Kraftwerken für unsere Quartiere. Sie liefern saubere Energie, gesunde Lebensmittel und vor allem Arbeitsplätze. Auch für Menschen, die keinen Hochschulabschluss haben.
In jeder Stadt gibt es geeignete Brachflächen zur Entwicklung solcher Stadtfarmen. Aufgabe von Politik muss es sein, solche Entwicklungen gemeinsam mit Aktivisten und Unternehmern vor Ort anzuschieben. Flächen identifizieren, Bebauungspläne vorantreiben, Akteure in gemeinwohlorientierten Strukturen unterstützen.

Wie geht es weiter?

Ich habe lange überlegt, ob ich mich bei meiner Kandidatur von einer Partei unterstützen lassen möchte, und wenn ja, von welcher. Für eine Kooperation mit den Wuppertaler Grünen spricht zunächst einmal ein bestehendes Vertrauensverhältnis zu den dort handelnden Personen. Außerdem finde ich bei den Grünen aktuell die größten inhaltlichen Übereinstimmungen, in den für mich wichtigsten Politikfeldern. Ich freue mich, dass die Wuppertaler Grünen meine Landtagskandidatur unterstützen.
Mit großer Freude übe ich das Ehrenamt des Vizepräsidenten der bergischen IHK aus. Ich habe mich aber entschieden, dieses Ehrenamt ab dem 12. Januar 2017 für die Dauer des Wahlkampfes ruhen zu lassen, damit es in der Zeit meiner Kandidatur für die Landtagswahl am 14. Mai 2017 zu keinerlei Irritationen kommt.